Cookie-Dropping für Anfänger

Dieser Artikel wurde aus dem Archiv der Linkmafia.org übernommen.

Für alle die noch nicht wissen wie es funktioniert, erkläre ich kurz das Prinzip des Cookie-Droppings. Vorweg möchte ich betonen, dass Cookie Dropping von den Affiliate-Netzwerken in aller Regel nicht toleriert wird! Zudem ist es auch sehr unfair, anderen mit diesem Trick die wohl-verdienten Provisionen abspenstig zu machen.

Wie funktioniert Cookie-Dropping denn nun? Ganz einfach: Cookie Dropping ist nichts anderes als das simulieren eines Klicks. Es wird dem Browser des Nutzers ein oder mehrere Cookies bestimmter Partnerprogramme verpasst, ohne dass der User auf ein Werbemittel des Affilates geklickt hat. Sollte der User nun eine Bestellung ausführen, erhält der Affiliate welcher ihm den Cookie untergeschoben hat, eine Provision für den Sale. Eine eigenständige Werbeleistung hat er dabei nicht erbracht, weshalb die Affiliate-Netzwerke dieses Vorgehen auch nicht akzeptieren.

Wie aber simuliert man einen Klick? Zum Beispiel so:

<iframe src=”http://ad.zanox.com/123456″ width=”1″ height=”1″ name=”drop_me_a_cookie”/>

Das ist ein Einzeiler, ganz billig in HMTL! Wenn man diesen iFrame in seine Landingpage einbettet und als Quelle einen Partnerlink angibt (hier ein beispielhafter Zanox Tracking-Link), wird innerhalb des Frames die Seite des Advertisers aufgerufen und ZACK – Cookie verpasst! Diese sieht man natürlich nicht, weil der iFrame nur einen Pixel hoch und breit ist.

Eine etwas elegantere Methode sind Redirect-Scripts. Jeder hat bereits Seiten gesehen, die nach einem Klick irgendwohin weiterleiten. Verzögert man die Weiterleitung um ein oder zwei Sekunden, bleibt noch genug Zeit, innerhalb des Redirect-Scripts weitere Partnerlinks als iFrames aufzurufen. So wie in diesem Beispiel gezeigt:

<html>
<head>
<meta http-equiv=”refresh” content=”2; URL=http://ad.zanox.com/ppc/?987654321″>
<title>Sie werden weitergeleitet…</title>
</head>
<body>
<iframe src=”http://ad.zanox.com/ppc/?123456789″ width=”1″ height=”1″ name=”drop_me_a_cookie”/>
<iframe src=”http://ad.zanox.com/ppc/?546372819″ width=”1″ height=”1″ name=”drop_me_another_cookie”/>
</body>
</html>

Vorteil ist hierbei, dass nicht jeder Klick-In auf die Affiliate-Seite auch gleichzeitig einen Klick-Out zum Advertiser zur Folge hat. Die Cookies werden nur dann gedroppt, wenn der User auf einen Link zum Redirect-Script klickt. Diese Variante des Cookie Droppings ist schon schwieriger zu erkennen.

Layer-Ads: Ein besonders penetrantes Werbemittel. Jeder kennt es: Öffnet man eine Webseite, lädt sich eine andere Seite in einem drübergelegten Layer. Zack – Cookie gefangen.

Eine noch hässlichere Methode ist folgende: man versteckt den Dropper in Software, die man Gratis zum Download anbietet! Nach Installation greift die Software auf den Browser-Cache oder die Bookmarks zu und verändert diese, fügt Partnerlinks hinzu oder ruft die Links proaktiv im Standard-Browser auf. Sehr schmutzig!

Es kann allerdings auch Fälle geben, in denen Advertiser ausgewählten Affiliates Cookie-Dropping erlauben. Zum Beispiel wenn jemand eine besonders gute Themenseite zum beworbenen Produkt erstellt hat oder auf anderem Wege Werbeleistungen erbracht werden.

Für mich steht fest: Cookie Dropping mag zwar verlockend sein, aber es ist einfach keine faire Strategie, kein fairer Wettbewerb. Zudem würde ich als Affiliate nicht riskieren wollen, meine gesamten Provisionen vom Partnerprogramm gestrichen zu bekommen. Denn auffällig ist es allemal: Cookie-Dropper verursachen sehr viel Traffic auf den Betreiberseiten. Dazu geringe Conversionraten trotz einer Click-Through-Rate von konstant über 100%! Sowas fällt auf Dauer jedem Affiliate Manager auf.

UPDATE vom 11. März 2009: Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich diesen Artikel über Cookie Dropping und Cookie Dropper geschrieben. Mittlerweile sehe ich die Sache etwas differenzierter…

Wenn man etwas Abstand davon nimmt, dass der Begriff “Cookie Dropping” sehr negativ besetzt ist, dann stellt man fest: Eigentlich ist Cookie Dropping nur eine von vielen Möglichkeiten, eine Werbeleistung im Internet zu tracken. Ob normaler Click, Forced Click oder Post View – spielt eigentlich keine Rolle. Es gibt diverse Anwendungsfälle in der Praxis, bei denen das setzen eines Cookies durchaus gerechtfertigt ist!

Nehmen wir als Beispiel eine Affiliate-Seite, auf der exklusiv das Sortiment eines einzelnen Merchants beschrieben wird. Der Publisher berichtet über die Vorzüge dieses Shops, erklärt das Sortiment oder gibt interessante Tipps zu den Produkten. Die gesamte Website ist also pure Werbung für den Merchant, egal ob der User nun auf einen Link zum Partner klickt oder nicht. Warum sollte hier also nicht in Absprache mit dem Merchant für jeden User (also jede Werbeleistung) ein Cookie gesetzt werden dürfen? Es gibt in der Praxis viele Partnerprogramme, die ausgewählten Affiliates das setzen von Cookies erlauben. Wichtig ist dabei aber immer:

Cookie Dropping ausschließlich in Absprache mit dem Merchant und nur dann, wenn wirklich eine Werbeleistung erbracht wird!

Viele Tracking-Dienstleister und Affiliate Netzwerke bieten die Möglichkeit, normale von “gedroppten” Klicks zu unterscheiden und unterschiedlich zu gewichten. Es muss also nicht immer unfair und mit unrechten Dingen zugehen, wenn Cookies gesetzt werden. Es ist eine Setup-Frage. Die Welt ist nicht schwarz oder weiss – sie ist grau! Wenn man der Definition von Google folgt, dann ist übrigens jeder Affiliate per se in der “Grauzone”.

FYI – Anbei ein einfaches Cookie-Dropping-Skript zum Download:

Das interessante an dem Skript ist: Es wird nicht bei jedem Seitenaufruf erneut ein Cookie gesetzt, sondern nur einmal pro User! Das verhindert unnötigen Traffic auf Seiten des Merchants. Ihr könnt im Skript festlegen, wie häufig der Cookie pro User gesetzt werden soll. Die Standard-Einstellung ist: Einmal pro Tag und User. Viel mehr will ich dazu eigentlich nicht erklären. Einfach mal runterladen und ausprobieren

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