Witze über die STASI

Anweisung zum Umgang mit sozialen Medien. 

MfS, Berlin-Lichtenberg – Bisher haben wir eine strikte Null-Toleranz-Politik gegenüber Kritik an Staats- und Parteiführung oder der wirtschaftlichen Lage im Lande verfolgt. Diese Vorgehensweise scheint im Internetz-Zeitalter überholt. Wir müssen die Strategien zur Identifikation subversiver Elemente in der Gesellschaft den Möglichkeiten der modernen Technik anpassen. Beachten Sie daher folgende Anordnungen.

1. Kritik wird nicht mehr direkt zensiert.

Das Internetz und die sogenannten „sozialen Medien“ scheinen die Müllkippe menschlicher Ausdrucksweise zu sein. Jeder Bürger kann dort im Schutzmantel der Anonymität jede Art von Meinung äußern. Was früher ein ferner Traum jedes Geheimdienstes war, ist heute Realität: Wir können die Äußerungen jedes Bürgers automatisiert, mit Hilfe von intelligenten Maschinen, auswerten und in Echtzeit beurteilen, ob sie eine Gefahr für die Staatssicherheit darstellen oder wie die politische Gesinnung aussieht.

2. Witze und Humor im Internetz sind zu dulden. 

Aufgrund der Funktionsweise der Internetz-Plattformen sind wir darauf angewiesen, dass möglichst viele Bürger nun Freunde bzw. „Fans“ der Organe der Staatsmacht werden. Das MfS braucht daher ein modernes, freundliches Gesicht!

Witze, humoristische Äußerungen oder Kritik über die STASI, das MfS, die Regierung unter IM Raute oder am politischen System werden nicht mehr mit bis zu drei Jahren Zuchthaus bestraft, sondern sind ab sofort zu akzeptieren.

3. Strategische Ausrichtung  in Bezug auf soziale Medien.

Das MfS sollte aktiv am kritischen Diskurs teilnehmen um eine maximale Reichweite und Verbreitung in den sozialen Medien zu erzeugen.  Um dies zu erreichen ist es erforderlich, selbst humoristische Äußerungen zu verbreiten. Auf diese Weise identifizieren wir fortlaufend kritische Elemente im System und können diese einer Überwachung zuführen.

Ich habe die Genossen angewiesen, aus dem STASI-Archiv sämtliche uns bekannten Witze und Sprüche über die DDR zusammenzutragen. Wir werden diese von nun an fortlaufend veröffentlichen.

Beginnen möchte ich heute mit einer kurzen Anekdote zwischen mir und dem Genossen Honecker, die ich gerne persönlich zum besten gebe! Auf dem Weg zu einer Sitzung spreche ich mit Honecker über unsere Freizeit-Aktivitäten.

Honecker: „Ich sammle alle Witze, die über mich verbreitet werden“. 

Ich: „Da haben wir fast das gleiche Hobby: Ich sammle alle Leute, die die Witze in Umlauf bringen!“

😀

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